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Maklerprovision beim Immobilienkauf

Maklerprovision beim Immobilienkauf: Wer zahlt, wie hoch sie ist und was Käufer wissen sollten

Die Maklerprovision gehört zu den wichtigsten Kaufnebenkosten beim Immobilienerwerb. Für viele Käufer ist jedoch unklar, wann eine Provision anfällt, wie hoch sie ist und wer sie zahlen muss. Durch gesetzliche Änderungen gilt beim Kauf von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen für private Käufer heute eine klare Regelung zur Kostenverteilung.

Dieser Artikel erklärt verständlich, wie die Maklerprovision funktioniert, wie hoch sie ausfällt und welche regionalen Unterschiede es gibt.

Was ist die Maklerprovision?

Die Maklerprovision ist das Entgelt für die Vermittlungsleistung eines Immobilienmaklers. Sie wird nur dann fällig, wenn durch die Tätigkeit des Maklers ein wirksamer Kaufvertrag zustande kommt.

Voraussetzungen für den Provisionsanspruch sind:

  • ein wirksamer Maklervertrag
  • eine nachweisbare Maklerleistung
  • der erfolgreiche Abschluss eines notariellen Kaufvertrags

Ohne Kaufvertrag fällt keine Provision an.

Wann entsteht der Anspruch auf Maklerprovision?

Der Anspruch auf Maklerprovision entsteht erst mit der notariellen Beurkundung des Kaufvertrags. Besichtigungen, Exposés oder Reservierungszusagen allein begründen noch keine Zahlungspflicht.

Die Zahlung wird üblicherweise kurz nach dem Notartermin fällig.

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Wie hoch ist die Maklerprovision?

Die Höhe der Maklerprovision ist in Deutschland nicht gesetzlich festgelegt. Sie richtet sich nach regionalen Marktüblichkeiten und individuellen Vereinbarungen.

In der Praxis liegt die Provision meist zwischen:

  • 5,95 Prozent und
  • 7,14 Prozent

jeweils inklusive Mehrwertsteuer, bezogen auf den Kaufpreis der Immobilie.

Wer zahlt die Maklerprovision beim Immobilienkauf?

Beim Kauf von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen durch private Käufer gilt in der Regel das sogenannte Halbteilungsprinzip:

  • Käufer und Verkäufer zahlen jeweils den gleichen Anteil
  • Der Käufer darf nicht höher belastet werden als der Verkäufer
  • Abweichungen sind nur in gesetzlich engen Grenzen zulässig

Bei Mehrfamilienhäusern, Gewerbeimmobilien oder Käufen durch Unternehmen können andere Regelungen gelten.

Übersicht: Übliche Maklerprovision nach Bundesland

Die folgende Tabelle zeigt marktübliche Orientierungswerte für die Maklerprovision in den einzelnen Bundesländern. Die Provision ist nicht gesetzlich festgelegt und kann im Einzelfall abweichen.

BundeslandGesamtprovision (inkl. MwSt.)Anteil KäuferAnteil Verkäufer
Baden-Württemberg7,14 %3,57 %3,57 %
Bayern7,14 %3,57 %3,57 %
Berlin7,14 %3,57 %3,57 %
Brandenburg7,14 %3,57 %3,57 %
Bremen5,95 %2,98 %2,98 %
Hamburg6,25 %3,12 %3,12 %
Hessen5,95 % – 7,14 %2,98 % – 3,57 %2,98 % – 3,57 %
Mecklenburg-Vorpommern5,95 %2,98 %2,98 %
Niedersachsen4,76 % – 7,14 %2,38 % – 3,57 %2,38 % – 3,57 %
Nordrhein-Westfalen7,14 %3,57 %3,57 %
Rheinland-Pfalz7,14 %3,57 %3,57 %
Saarland7,14 %3,57 %3,57 %
Sachsen7,14 %3,57 %3,57 %
Sachsen-Anhalt7,14 %3,57 %3,57 %
Schleswig-Holstein7,14 %3,57 %3,57 %
Thüringen7,14 %3,57 %3,57 %

Hinweis: Die Tabelle stellt regionale Marktüblichkeiten dar. Maßgeblich ist immer die individuelle Vereinbarung im Maklervertrag.

Worauf Käufer bei der Maklerprovision achten sollten

Vor dem Kauf sollten Immobilienkäufer folgende Punkte prüfen:

  • Höhe der Provision im Exposé
  • Aufteilung zwischen Käufer und Verkäufer
  • Fälligkeit der Zahlung
  • Provisionsvereinbarung im Maklervertrag

Die Maklerprovision sollte transparent und eindeutig geregelt sein.

Einfluss der Maklerprovision auf die Finanzierung

Die Maklerprovision zählt zu den Kaufnebenkosten und muss in der Regel aus Eigenkapital bezahlt werden. Banken finanzieren diese Kosten meist nicht mit.

Für Käufer bedeutet das:

  • höherer Eigenkapitalbedarf
  • höhere Gesamtkosten des Immobilienkaufs
  • frühzeitige Berücksichtigung in der Finanzierungsplanung

Kann die Maklerprovision verhandelt werden?

Da die Maklerprovision nicht gesetzlich festgelegt ist, ist sie grundsätzlich verhandelbar. In der Praxis hängt der Spielraum jedoch stark von der Marktsituation, der Nachfrage und der individuellen Vereinbarung ab.

Fazit: Maklerprovision realistisch einplanen

Die Maklerprovision ist ein wesentlicher Bestandteil der Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf. Käufer sollten sich frühzeitig über Höhe, regionale Unterschiede und gesetzliche Regelungen informieren und die Provision fest in ihre Finanzierung einplanen. Die Übersicht nach Bundesländern hilft dabei, die Kosten realistisch einzuschätzen.